Vorfrühling

Schlagwörter

,

Vorfrühling
Lass uns nun vergessen die Qual
Des langen Winters und die Totenklage!
Stehn auch die Wälder noch kahl,
Gekommen sind die braunen Veilchentage.
Du siehst noch nichts Grünes ringsum,
Du hörst noch nicht der Lerche junge Lieder
Und nicht der Bienen Gesumm,
Nur Krähen krächzen traurig hin und wieder.
Doch blüht es schon gelb und blau
Aus welken Buchenblättern, faulig feuchten,
Die Lüfte sind weich und lau,
Und an den Stämmen hängt ein schwaches
Leuchten.
Noch zittert das wunde Herz, –
Wir waren allzu schwer, zu tief getroffen,
Vergiss nun, vergiss! Es ist März,
Der Schmerz verklingt, wir werden wieder hoffen!

Ricarda Huch

Gottes Beweis

Schlagwörter

, , , , ,

 

Gottes Beweis

Eines Tages werde ich
eine Pusteblume gewesen sein
aus deren Schirmchen
eine Pusteblume wurde
die eine Pusteblume wurde.

Ich werde nichts Besonderes gewesen sein.
Nicht einmal ein Veilchen im Moose.
Nichts für die Ewigkeit.
Nur ein Unkraut, das nicht vergeht.

Eines Tages werde ich
eine Pusteblume gewesen sein,
doch noch
bin ich ein Löwenzahn.

Für Andere
ein gelber Tupfer am Wegesrand.

Für mich
der Beweis
dass Gott auch
auf kargem Asphalt
blühendes, buntes, pralles
Leben
wachsen lässt.

Ryka Foerster

gemäßigtes Tempo

Schlagwörter

, , , ,

In den letzten Wochen bin ich mit so einer Art Großraum – Privattaxi zur Arbeit gefahren. Platz genug war ja. Mal sehen, wie es demnächst wird.

Aber eigentlich möchte ich euch auf eine Geschichte verlinken, die Disputnik auf seinem ganz und gar wundervollen blog heute veröffentlicht hat: ihr findet sie hier

Viel Spaß beim Entdecken meines Lieblingsbloggers.

Osterhoffnung

Schlagwörter

, , , ,

Das Band, das uns verbindet

Wenn jammern helfen würde, wären alle Menschen glücklich.
Wenn meckern helfen würde, wäre die Welt voller Harmonie.
Wenn Gewalt helfen würde, wäre die Welt ein friedliches Paradies.

Mit einem Lächeln wäre die Welt hier und da ein kleines bisschen bunter.

Doch wer sieht unser Lächeln, wer sieht unsere Tränen
so ganz allein mit uns und unseren Gedanken?

Vielleicht,
so sagt es Papst Franziskus,
ist das einzige Band,
das alle Menschen verbindet,
die Liebe Gottes
.

Vielleicht ist Gottes Lächeln
hinter einem Mundschutz
gerade nicht so leicht zu erkennen.

Vielleicht ist Gottes Liebe verborgen
in jedem neuen Tag
in jedem Sonnenstrahl
in jedem Regentropfen
in jedem Vogelzwitschern,
in jeder Knospe, jeder Blume, jeder Wolke.

In jedem lieben Wort, das Menschen für einander haben
und in jeder Rolle Klopapier
die sie einander schenken
damit es niemandem daran mangelt
und niemand darum kämpfen muss.

Ryka Foerster

 

P.S.:

Nur, um Missverständnisse zu vermeiden: Dieser Text ist mein Weg, in der aktuellen Situation meine Hoffnung und meine Zuversicht zu bewahren (die für mich sehr viel weiter reicht als die Frage, ob ich auch übermorgen noch genug Klopapiervorräte haben werde!) und trotzdem meinen Pragmatismus und meinen Humor nicht zu verlieren.

Groba Unfuk hilft mir nämlich nicht mehr weiter, und angesichts der aktuellen Krise  habe ich auch keine Freude mehr daran, mich über esoterische „Heilsbringer“ lustig zu machen, die mit „Spriritualität light“ und „Geduld to go“ Geld verdienen.

Wer sich für Papst Franziskus interessiert, findet hier  noch bis zum 16.4. einen großartigen Dokumentarfilm von Wim Wenders über diesen Mann, der authentisch und glaubhaft vermitteln kann, was ihm wichtig ist und was (nicht nur ihm) Hoffnung gibt: Gottvertrauen und Mitgefühl, Lächeln und Humor.

Bleibt gesund und zuversichtlich.
Liebe Grüße
Ryka